Eishockeyclub Kloten

Kontinuität als wichtigster Faktor

Der EHC Kloten wurde am 3. Dezember 1934 von sieben Mitgliedern und unter Führung des späteren Ehrenpräsidenten Emil Hegner gegründet. In den ersten Jahren wurden lediglich Freundschaftsspiele bestritten, wobei die Heimspiele auf dem gefrorenen Nägelimoos-Weiher ausgetragen wurden.

Nach einiger Zeit nahm der EHC Kloten an der Meisterschaft teil und musste wie alle neuen Mannschaften in der tiefsten Liga beginnen. 1941 stieg Kloten in die Serie B auf, und nur fünf Jahre später erfolgte der Aufstieg in die Serie A. Wiederum nur ein Jahr danach, im Jahr 1947, gelang Kloten als Serie A-Gruppensieger die Qualifikation zur Nationalliga B, ehe 1962 unter Trainer Georg von Arx die Promotion in die Nationalliga A glückte. Dieser Aufstieg erfolgte allerdings am grünen Tisch, wurde die NLA doch in jenem Jahr von acht auf zehn Mannschaften aufgestockt.

Man bekannte sich zum Wesen eines Clubs reiner Amateure und zu einem Eishockeyverein, der jeden Starkult ablehnt. Der Sport hat sich seither verändert und professionalisiert. Ein Aspekt hat sich dadurch verstärkt: Im Zeitalter horrender Löhne und zahlreicher Spielerwechsel kommt dem EHC Kloten erst recht nur als Kollektiv eine Bedeutung zu. Darum ist es die Aufgabe von jeder und von jedem, den einstigen Dorfclub EHC Kloten weiterzutragen und ihm Bedeutung zu verleihen. Sei es als Spieler, als Fan, als Lösliverkäuferin, als Putzmann oder als Platzspeaker. Nur als Kollektiv ist der EHC Kloten etwas wert. Es ist die Hauptaufgabe der Stehplätze Schluefweg, diesen Geist jeden Tag im Jahr dem gesamten Verein vorzuleben.

Seit 1962 im A

Seit dem Aufstieg 1962 ist der EHC nie mehr abgestiegen. Damit hält er einen Rekord, weit vor Fribourg-Gottéron (Aufstieg 1980) und dem HC Lugano (Aufstieg 1982). Doch ist heute von Erfolg die Rede, so denken viele an die Neunzigerjahre zurück. Der grösste Erfolg des EHC Kloten liegt indes in der langjährigen Zugehörigkeit zur NLA.

Neben der Tradition einer hervorragenden Juniorenausbildung liegt in eben dieser Kontinuität der bis heute anhaltendste Erfolg begründet. Es ist die Aufgabe von jeder neuen Generation, diesen Erfolg weiterzuführen. Die Identität und Zukunft des EHC Kloten kann nur auf dem Fundament einer kleinteiligen Kontinuität, dem Sportsgeist und der Freundschaft untereinander gedacht werden.

1967 konnte dann unter dem tschechischen Trainer Vladimir Kobera der erste Schweizermeister-Titel nach Kloten geholt werden. Mit dem Titelgewinn 1996 (dem vierten in Folge), stellte der EHC Kloten zudem einen neuen Play-off-Rekord auf. Dieser Erfolg ist gut dokumentiert, unter anderem im Buch „Klotener Flugjahre“, wir verzichten an dieser Stelle bewusst auf eine ausführliche Würdigung. Dieser Erfolg hat auch viel dazu beigetragen, dass sich der EHC Kloten heute noch einer zahlreichen Anhängerschaft in der gesamten Deutschschweiz erfreuen darf.

Existenznot und finanzielle Rettung

Nach den Meisterjahren kam das böse Erwachen und mehrere Male standen finanzielle Probleme ins Haus. Spätestens im Frühjahr 2012 traten gewaltige, beunruhigende Neuigkeiten zur finanziellen Lage des EHC Kloten zu Tage. Als die Spielerlöhne nicht mehr bezahlt werden konnten, wurde auch der Öffentlichkeit die missliche Lage des Clubs bewusst. Eins war klar: Man hatte (einmal mehr) über den eigenen Verhältnissen gelebt. Die Kontinuität als Klotener (Erfolgs-)Merkmal fiel dem Anspruch auf schnellen Erfolg zum Opfer, auch die Nachwuchsabteilung wurde in jener Zeit vernachlässigt. Die finanziellen Verhältnisse sollten später noch krasser aussehen: Gegen sieben Millionen Franken Defizit wurde etwa unter der ASE als Eigentümerin geschrieben.

Die Fangenerationen ab den frühen Nuller-Jahren haben vieles mitmachen müssen, was den Zusammenhalt untereinander gestärkt hat. Gestärkt wurde auch das Bewusstsein, dass der EHC Kloten nur als Projekt der Kontinuität funktionieren kann. Vielfach wurde dies von Vereinsoberen in den letzten Jahren vergessen. Die Fans der Stehplätze Schluefweg erwarten von allen Beteiligten, dass man dem Mythos EHC Kloten und seinen Eigenheiten stets Sorge trägt. Sie wurden und werden nie müde, dies einzufordern.

Besserung trat erst im Sommer 2016 und im Zuge eines erneuten Besitzerwechsels ein. Auf Initiative und Wunsch der Kurve änderte man den ungeliebten Namen „Flyers“ wieder auf EHC Kloten. Seither ist der sportliche Erfolg zwar spärlicher geworden, der Cupsieg 2017 bildete dabei eine vielumjubelte Ausnahme. Dafür dürften die finanziellen Eskapaden – und damit verbunden der jährliche Kampf ums Überleben – vorläufig der Vergangenheit angehören.

Grösste Erfolge

Zugehörigkeit zur NLA
Seit 1962

Schweizer Meister
1967, 1993, 1994, 1995, 1996

Schweizer Cupsieger
2017

Schweizer Vize-Meister
1972, 1987, 1988, 2009, 2011, 2014

Amateur Schweizermeister 1.Liga
1946, 1949

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